Ratgeber

für Pilzsammler

Pilze zu sammeln erfeut sich als Hobby und Freizeitbeschäftigung immer größerer Beliebtheit. Viele verbinden dieses Hobby mit Kindheitserinnerungen und kennen bereits die gängigsten Speisepilze. Jetzt geht es darum, das Wissen zu erweitern und neue Pilzarten kennenzulernen, die bisher kaum Beachtung fanden. Andere haben dieses Hobby ganz neu für sich entdeckt und versuchen einen ersten Fuß in die Tür zu setzen. 

Diesen Bereich habe ich speziell für Speisepilzsammler erschaffen. Neue Speisepilze kennenzulernen bedarf sowohl Praxiserfahrung als auch theoretisches Hintergrundwissen. Um praktische Erfahrung zu sammeln, bietet sich eine geführte Lehrwanderung bestens an. Hast du schon mal an einer meiner Wanderungen teilgenommen, wirst du festgestellt haben, dass dort unglaublich viel Wissen vermittelt wird. Viel zu viel, als dass man es sich alles merken könnte. Damit man bei der ganzen Sache auch etwas lernt, ist es wichtig, sich nochmal theoretisch mit diesem Thema zu befassen. Auch zur Vorbereitung auf eine  bevorstehende Lehrwanderung kannst du dich hier gern etwas umsehen. Somit kennst du schon wichtige Grundlagen und kannst sie direkt anwenden.

Wo findet man Pilze?

Wie sammle ich richtig?

Wo darf man eigentlich Pilze sammeln?

Herausdrehen oder abschneiden?

Fragen über Fragen – die häufigsten sollen hier beantwortet werden. Ich helfe euch, bei eurem neuen Hobby Fuß zu fassen. Keine Angst, so schwer ist es nicht!

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Um Speisepilze zu sammeln, muss man sich selbstverständlich ein bisschen auskennen. Pilzarten gibt es zu Hauf, da ist es mitunter gar nicht so leicht, einzelne Speisepilze sicher von ihren giftigen Verwechslungspartnern zu unterscheiden. Es gibt aber einige wirklich leicht kenntliche Pilzarten, die man auch mit wenig Erfahrung erkennen kann, wenn man ein paar Dinge beachtet. Dafür habe ich eine Liste erstellt, die nach Schwierigkeitsgrad sortiert ist.

DIE ALTEN UND NEUEN WEISHEITEN

Ammenmärchen und Pilzbestimmungs-Apps

Leider schwirren noch immer gewisse ,,Regeln‘‘ in den Köpfen herum, wie man wohl giftige Pilze ganz einfach erkennen könne. Beispielsweise der Mythos, man solle einen Silberlöffel mitkochen. Wenn er sich verfärbt, sind Giftpilze enthalten. Andere behaupten, alle Pilze, die mild schmecken, wären essbar. Ebenso Pilze, an denen Schnecken, Käfer und andere Tiere naschen. Bitte glaube solche Geschichten nicht! Das könnte zum Teil tödliche Folgen nach sich ziehen.
In den letzten Jahren ist es vermehrt in Mode gekommen, Apps zu Pilzbestimmung zu verwenden. Es gibt zahlreiche Anbieter, die Anwendungen erstellt haben, mit denen man unbekannte Pilze fotografieren kann und dann eine digitale Bestimmung erhält. Das System erkennt markante makroskopische Merkmale und gleicht diese mit bekannten Daten ab. Wie schön einfach wäre es, ohne Fachkenntnisse mit Smartphone und Korb durch den Wald zu laufen und alles mitzunehmen, was die App als essbar betitelt. Zu schön um wahr zu sein? Richtig – und gefährlich noch dazu! Smartphones sind nicht in der Lage, wichtige Bestimmungsmerkmale zu erfassen. So spielt beispielsweise der Geruch eine wichtige Rolle bei vielen Arten. Mir ist kein Smartphone bekannt, dass mit einer Nase ausgestattet ist, aber vielleicht kommt so etwas ja demnächst auf den Markt. Bestimmungs-Apps sollten mit Vorsicht genossen werden. Sie können allerdings hilfreich sein, um eine grobe Richtung zu bekommen, an welcher Stelle man in der Literatur nachschlagen kann. Zu Speisezwecken sollte niemand unbekannte Pilze sammeln, nur weil die App auf eine essbare Art weist.
Es gibt leider nur einen Weg, um essbare Pilze von den giftigen zu unterscheiden: Man muss sich die Erkennungsmerkmale genau ansehen, vergleichen und sich zu 100% sicher sein. Nur dann darf er in die Pfanne wandern und nur dann wird die Arbeit mit einem leckeren Pilzgericht entlohnt, das man ohne schlechtes Gewissen geniessen kann.

DAS GUTE ALTE PILZBUCH

Eigene Pilzbestimmung absichern

Es ist manchmal erstaunlich, wie viele Leute tatsächlich ein Pilzbuch ihr Eigen nennen können. Oftmals schwirrt noch irgendwo im Bücherschrank, auf dem Dachboden oder in irgendeinem Karton ein verstaubtes Exemplar herum. Praktisch, da kann ich ja ganz einfach meinen unbekannten Pilz nachschlagen. Schnell ist das kleine Büchlein durchgeblättert und es findet sich tatsächlich ein Foto, das meinem Pilz ganz ähnlich sieht. Im Textteil stehen die Merkmale aufgelistet und ich erkenne kaum Abweichungen. Super! Das ist er und essbar soll er auch sein. Das Buch ist zwar schon ein paar Jahre alt aber die Pilze ändern sich ja nicht.

Die Nebelkappe [Clitocybe nebularis] wird in älteren Pilzbüchern noch als Speisepilz geführt. Heutzutage weiß man, dass sie krebserregende Stoffe enthält und lieber nicht gegessen werden sollte.

Vorsicht! Hier lauern einige Gefahren.
Bücher bringen ein Problem mit sich: Sie aktualisieren sich nicht. Es gibt Pilzarten, die in früheren Zeiten zu Speisezwecken gesammelt wurden, heutzutage aber dank neuester Erkenntnisse nicht mehr zu den Speisepilzen gezählt werden.
Ein weiteres Problem ist, dass Bücher oftmals eine falsche Sicherheit vermitteln. Man gleicht aufmerksam die Merkmale ab und im besten Fall werden noch typische Verwechslungspartner aufgeführt. Allerdings kann man nie sicher sein, ob da nicht doch noch eine ähnliche Pilzart existiert, die einfach im Buch nicht aufgeführt ist. An diesem Punkt ist anzuraten, die Pilzberatung aufzusuchen. Bringe gern auch dein Pilzbuch mit, dann kann ich noch wertvolle Hinweise geben.

Pilzberatung

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Lehrwanderungen

Eine gemeinsame Tour in die Pilze

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